Anna Carewe

Violoncello

Das Elternhaus der englischen Cellistin Anna Carewes war von Musik erfüllt. Sei es Monteverdi, Haydn, Jacques Loussier, The Swingle Singers oder die Beatles, oder sogar die Klänge neuer Kompositionen, als ihr Vater, der Dirigent John Carewe, gelegentlich mit seinem Neue-Musik-Ensemble zu Hause probte. Annas beide Eltern – ihre Mutter war die Sängerin Rosemary Phillips – waren Vorreiter der britischen zeitgenössischen Musikszene und frühe Verfechter der Musik von Boulez oder von jungen britischen Komponisten, die später die britische Musikszene entscheidend geprägt haben. So ist es kaum verwunderlich, dass diese musikalische Vielfalt Anna sehr früh beeinflusst und den Grundstein für ihre künstlerische Laufbahn gelegt hat.

Nach ihrem Studium an der Royal Academy of Music in London, bei Florence Hooton und David Strange, zog Anna nach Berlin, wo ihr Lehrer Wolfgang Boettcher eine große Leitfigur war. Für viele Jahre ist sie in die Fußstapfen ihrer Eltern getreten und hat lange auch bei renommierten Ensembles für zeitgenössische Musik wie dem Ensemble Modern Frankfurt mitgewirkt oder Uraufführungen mit ihrem Duopartner Pianisten Philip Mayers zum Leben erweckt. Als langjährige Solocellistin des Ensemble Oriol (heute Kammerakademie Potsdam), das Werke verschiedenster Epochen mit entsprechenden Experten erarbeitete, wurde ihr Interesse an historischer Aufführungspraxis geweckt. Als Gründungsmitglied des Manon-Quartetts Berlin trat sie sowohl mit modernen als auch historischen Instrumenten auf und spielte auf bedeutenden Festivals sowohl in Europa als auch in den USA.

Annas Mantra ist, dass jedes erreichte musikalische Ziel gleichzeitig als Sprungbrett ins Unbekannte dient. Genau diese Überzeugung wird wahr in ihrem Duo mit Oli Bott und im von ihr gegründeten Sheridan Ensemble – beides Ensembles, die mit ihren bunten musikalischen Paletten das Publikum auf neue musikalische Reisen mitnehmen und dazu die Zuhörer einladen, ihre musikalische Horizonte zu erweitern – die Früchte des Keims, der in ihr so früh von ihrem Elternhaus gepflanzt wurde.

Cellistin
Foto: David Beecroft

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